ZDK nicht überrascht von Mercedes-Onlineverkauf

[21.07.2016] 

Verband sieht Internetvertrieb der Hersteller aber generell weiter kritisch

Bonn. Als erwarteten zweiten Schritt nach vorangegangenem Pilotprojekt bezeichnete der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) den von Mercedes-Benz angekündigten bundesweiten Online-Verkauf vorkonfigurierter Neuwagen.

Nachdem Mercedes bereits im Jahr 2013 den Internetverkauf mit Auslieferung ausschließlich über die Hamburger Niederlassung getestet habe, sei mit einer Ausdehnung dieser Aktivitäten zu rechnen gewesen, so ZDK-Vizepräsident Ulrich Fromme.

Nach vorliegenden Informationen sei der Schritt mit dem Verband der Mercedes-Benz-Vertreter abgestimmt gewesen. Es sei deshalb davon auszugehen, dass deren Einbindung in den Vertrieb und die Berücksichtigung ihrer Belange zufriedenstellend erfolgt seien.

Zudem bestehe hier die Besonderheit, dass Mercedes-Benz als einziger Hersteller in Deutschland nicht mit Vertragshändlern kooperiere, sondern aufgrund des Agentursystems ohnehin stets selbst Vertragspartner des Neuwagenkäufers werde.

Über den konkreten Fall hinaus betonte Fromme jedoch, dass der ZDK Online-Vertriebsaktivitäten der Hersteller grundsätzlich kritisch sehe, wenn sie auf den kompletten Geschäftsabschluss gerichtet seien und nicht nur auf die Anbahnung des Geschäfts für den Handel.

Je mehr die sinnvolle und bewährte Rollenverteilung zwischen Herstellern und Händlern durch Direktvertriebsaktivitäten der Hersteller durchbrochen werde, desto fragwürdiger werde die Verpflichtung der Händler zu oft millionenschweren Investitionen in ihre stationären Betriebe.

Die zunehmende Digitalisierung auch im Vertrieb lasse dieses Missverhältnis immer stärker zutage treten. Hier müsse es zu einer Bewusstseinsveränderung bei den Herstellern kommen. Fromme kündigte an, der ZDK werde nicht nachlassen, darauf gemeinsam mit den ihm angeschlossenen Händlerverbänden hinzuwirken.

Letzte Änderung: 21.07.2016Webcode: 0107789