Tierisch abgefahren

[09.05.2016] Tiere sind die besten Freunde des Menschen, heißt es. Also nehmen Frauchen und Herrchen sie kurzerhand auch mit in den Urlaub. Für Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund ist das generell kein Problem.

Allerdings: „Der Transport ist nicht für jeden Liebling geeignet und sollte gut vorbereitet sein. In einem stark aufgeheizten Auto können die Vierbeiner schnell einen Hitzschlag bekommen."

Wer darf mit, wer nicht?

Hunde sind gesellig und begleiten ihre Besitzer gern überall hin. Die eigensinnigen Katzen fühlen sich in ihrem Revier am wohlsten – das kann unter Umständen aber ebenso die Zweitwohnung am Lago Maggiore sein. Bei Hamstern, Vögeln und Fischen hört die Freundschaft an der Haustür auf.

Für sie sind Verwandte oder Nachbarn in gewohnter Umgebung die besten Sitter. Auch Tierpensionen und die Aktion des Tierschutzbundes „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich Dein Tier“ helfen weiter.  

Tiere brauchen Papiere

Der Pass für Hund und Katze heißt EU-Heimtierausweis und wurde 2014 neu aufgelegt. Das vom ausstellenden Arzt und jetzt auch vom Tierhalter unterschriebene Dokument beinhaltet die gültige Tollwutschutzimpfung sowie die Beschreibung und Kennzeichnung des Tieres – das kann ein Mikrochip oder eine gut lesbare Tätowierung sein.

Alle vor dem 29. 12. 2014 ausgestellten Ausweise behalten ihre Gültigkeit.

Für die Einreise nach Irland, Malta, Finnland und Großbritannien gilt der Nachweis schärferer antiparasitärer Behandlungen, insbesondere gegen Bandwürmer.

Auskünfte auch über die Bestimmungen von Ländern außerhalb der EU erteilen der Tierschutzbund, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie Botschaften und Konsulate.

Platz! Die Sitzordnung im Auto

Im Fahrzeug gibt es keine freie Platzwahl. Denn: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“

So schreibt es Paragraph 23 der Straßenverkehrs-Ordnung vor. Bello also einfach mal auf den Rücksitz springen zu lassen ist gefährlich für Mensch und Tier. Bei einer Vollbremsung würde der Liebling wie ein Geschoss durch das Auto fliegen.

Der Fahrer riskiert bei einem Unfall außerdem Bußgeld, Punkte und den Versicherungsschutz.

Für den Transport großer Hunde eignen sich fest installierte Gitterboxen im Kofferraum, Trenngitter in Vans oder Kombis sowie alternativ Hunde-Anschnallgurte auf der Rückbank. Kleine Hunde und Katzen fühlen sich in Transportboxen wohl.

Die gehören in den Fußraum zwischen Vorder- und Rücksitz, in den Laderaum und notfalls – mit speziellen Gurtsystemen  sicher fixiert – auf die Rückbank.

Welcher Transport für die Schützlinge und das Fahrzeug der richtige ist, klären Autohaus oder Werkstatt, Montage inklusive.

Hitze – die größte Gefahr für Tiere  

„Hund und Katze schwitzen im Gegensatz zum Menschen nicht, bekommen über die Haut also keine Kühlung.“ Marius Tünte rät, die Vierbeiner während der Fahrt ausreichend mit kühlem Wasser zu versorgen und regelmäßig Pausen einzulegen.

Die Klimaanlage sollte maximal 20 Grad Celsius powern, sonst ist der Temperaturschock beim Aussteigen zu groß.

Fatal und laut Tierschutzgesetz sogar strafbar ist es, die Lieblinge allein im Auto zu lassen. Auch wenn das Fahrzeug im Schatten parkt und die Fenster einen Spalt offen stehen – die Temperaturen steigen schnell auf 50 Grad Celsius.

Bei ersten Anzeichen von Überhitzung – glasiger Blick, tiefrote Zunge, Hecheln, Erbrechen – hilft Wasser. Die Tiere werden durch Benetzen der Pfoten mit dem lauwarmen Nass oder Einwickeln in feuchte, kühle Tücher langsam runtergekühlt.

Für den Fahrtantritt empfiehlt Tünte den Abend, Morgen oder die Nacht und eine staufreie Zeit möglichst außerhalb der Ferien und in der Woche.

Letzte Änderung: 06.04.2018Webcode: 0105991