Gesetzgeber soll Weg für schnelle Hardwarenachrüstung freimachen und eine Übergangsregelung samt Förderung vorsehen

[20.02.2018] Stuttgart. Für das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe gibt es nach der Vorstellung der erfolgreichen Tests von Hardwarenachrüstlösungen für Diesel-Fahrzeuge durch den ADAC Württemberg und Landesverkehrsministerium drei Forderungen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Carsten Beuß: "Erstens, die Bundesregierung muss die gesetzlichen und faktischen Regelungen auf den Weg bringen, die für eine rasche Umsetzung und Zulassung der Nachrüstung notwendig sind." Zweitens, sie muss die Finanzierung regeln. Drittens, es muss zumindest für Euro-5-Diesel eine Übergangsregelung geben, die diese Fahrzeuge bis zur Lieferbarkeit beziehungsweise dem Einbau eines Nachrüstsatzes von Fahrverboten ausnimmt. So etwas gab es in der Zeit der Partikelfilternachrüstung schon einmal: "Da reichte die Bestätigung der Werkstatt, dass ein Nachrüstsatz bestellt ist, als Ausnahmegenehmigung." Bei der Finanzierung sei die Politik besonders gefordert: "Bei Nachrüstkosten von 1.400 bis 3.300 Euro kann das nicht an den Autobesitzerinnen und -besitzern hängenbleiben. Bei Euro-5-Fahrzeugen, bei denen nachweislich manipuliert wurde, muss eine Regelung gefunden werden, in welcher Form sich die Hersteller zu beteiligen haben", fordert Carsten Beuß. "Am besten wäre ein Nachrüstfonds, der über Hersteller und Importeure entsprechender Fahrzeuge finanziert wird." Im Übrigen sei man auch für eine geförderte Nachrüstung auf freiwilliger Basis offen. "Dies wäre ein pragmatischer Ansatz, schnell zu Lösungen kommen zu können." Das Kfz-Gewerbe sei dafür, "dass jetzt zuerst alle Regelungen für eine Nachrüstung getroffen werden und erst dann wieder über Fahrverbote inklusive der Blauen Plakette diskutiert wird, wenn diese Arbeit getan ist." Das gelte auch, wenn das Bundesverwaltungsgericht lokale Fahrverbote für zulässig erkläre. "Wir brauchen vernünftige Übergangsfristen, die sowohl dem berechtigten Gesundheitsschutz der Bürger nach sauberer Luft als auch den Interessen von Autofahrern und Unternehmen gerecht werden." Um einen fachgerechten Einbau zu gewährleisten, plädiert das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe dafür, "dass die Aufgabe der Nachrüstung staatlicherseits den anerkannten AU-Werkstätten übertragen wird, die als besonders vertrauenswürdig und kompetent ausgewiesen sind."

Letzte Änderung: 20.02.2018Webcode: 0118308