Kfz-Gewerbe fordert vom Bund Förderung der Nachrüstung von Diesel-Pkw

[24.11.2017] Filderstadt. Das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe fordert Bundes- und Landesregierung auf, schnell alle rechtlichen Hürden für eine Hardwarenachrüstung von Diesel-Pkw zu beseitigen: „Statt zu diskutieren, was geht und ob es geht, sollte der Weg frei gemacht werden, dass es geht“, sagt Dr. Harry Brambach, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes. Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß zählt auf: „Wir brauchen den rechtlichen Rahmen, damit die Hersteller von Nachrüstsätzen mit ihren Produkten an den Start gehen können - den kann auch eine geschäftsführende Bundesregierung schaffen. Und wir brauchen eine Förderung der Nachrüstung durch den Bund, wie vor zehn Jahren bei der Diesel-Nachrüstung mit Partikelfiltern.“ Auf der Delegiertenversammlung des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes in Filderstadt herrschte Einigkeit darüber, dass „in eine solche Nachrüstförderung auch die Händler einbezogen werden müssen, die momentan praktisch unverkäufliche Euro-5-Diesel-Pkw auf dem Hof stehen haben“ (Dr. Brambach). Nachgerüstete Fahrzeuge sollten rechtlich auf die gleiche Stufe wie Euro-6-Diesel gestellt werden, so die Forderung. 

Dr. Harry Brambach verwies in seinem Bericht vor der Delegiertenversammlung darauf, dass das Autojahr 2017 ohne das Diesel-Dilemma eigentlich ein sehr erfolgreiches Jahr sei und die Prognosen für 2018 auch positiv ausfallen: Die aktuell geschätzten Verkaufszahlen von 3,5 Millionen neuen Pkw bis Jahresende bedeuteten Zuwachs, die 7,3 Millionen Besitzumschreibungen bei den Gebrauchtwagen ein leichtes Minus, das sich aber auffangen lasse. Die Voraussage, dass 2018 mit ähnlichen Umsätzen zu rechnen sei, sei positiv.

Gefährlich sei hingegen der Stillstand bei den Dieselentscheidungen, der jetzt noch durch die Verzögerungen bei der Regierungsbildung akuter werde, sagt Dr. Brambach: Bundesweit stünden rund 300.000 Dieselfahrzeuge bei den Händlern. Derzeit betrage der rechnerische Wertverlust dieser Fahrzeuge 4,5 Milliarden Euro. „Praktisch sind sie unverkäuflich.“ Akut werde das Problem jetzt mit Blick auf die Bilanzen 2017, denn dort schlage sich der sinkende Wert der Fahrzeuge in Wertberichtigungen nieder „und das kann bitter werden für den, der viele Fahrzeuge auf dem Hof stehen hat.“ 

Abhilfe könne nur eine Nachrüstung schaffen, die sicherstelle, dass die Fahrzeuge nicht von Fahrverboten betroffen seien. Nachrüstsätze könnten aber erst in Serie gehen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingen geschaffen seien. Vor allem müsste eine klare Aussage der Politik vorliegen, dass nachgerüstete Diesel denen der Euro-6-Schadstoffklasse gleich gestellt werden: „Das kann die Bundesregierung aus unserer Sicht beispielsweise auf dem Verordnungswege regeln, wenn sie vorschreibt, dass nachgerüstete Fahrzeuge den gleichen Test durchlaufen und bestehen müssen, wie die aktuellen Euro-6-Fahrzeuge“, nennt Carsten Beuß eine rechtliche Möglichkeit. „Wir sind aber für alle Lösungswege offen. Für uns und für alle Menschen mit älteren Diesel ist vor allem wichtig, dass eine positive Entwicklung in das Thema kommt.“

Letzte Änderung: 24.11.2017Webcode: 0117010