Werden alle Feinstaubquellen verstopft, erledigt sich das Diesel-Fahrverbot von selber

[22.02.2017] Stuttgart. Das Kraftfahrzeuggewerbe in Baden-Württemberg lehnt sowohl Fahrverbote als auch die vom Land favorisierte Blaue Plakette ab, weil „es bessere Wege gibt, die Luftreinhalteziele zu erreichen“, sagt Dr. Harry Brambach, der Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg zum Kabinettsbeschluss, ab 2018 an Feinstaub-Alarmtagen in Stuttgart Fahrverbote einzuführen. „Unter den schlechten Lösungen ist das zwar noch die vertretbarste“, ergänzt Brambach. Denn „damit erstrecken sich die Einschränkungen auf einige Tage im Jahr mit ungünstiger Wetterlage und auf einen eng begrenzten Raum. Das ist zumindest besser als eine flächendeckende Umweltzone, wie es sie heute nicht nur in Stuttgart für Fahrzeuge mit grünen Plaketten gibt.“ Dennoch sieht das Kfz-Gewerbe durch die Pläne große Probleme für Bevölkerung und Unternehmen: „Durch Fahrverbote könnten Diesel-Pkw enorm an Wert verlieren.“ Dies belaste zum einen die Kfz-Händler, deren Gebrauchtwagenbestände abgewertet würden, aber auch die Bevölkerung. „Kaum jemand, der heute einen gebrauchten Diesel fährt, kann sich ohne Weiteres ein Neufahrzeug leisten. Automobile Mobilität in Stuttgart darf nicht zur sozialen Frage werden“, warnt Brambach. Wichtig sei deshalb, „dass nicht nur mit Verboten für Autos agiert wird, sondern einerseits auch mit staatlicher Hilfe die Erneuerung des Fahrzeugbestandes vorangetrieben wird und andererseits unbedingt auch alle anderen Feinstaubquellen konsequent angegangen werden.“ Wenn die Zahl der Feinstaubtage durch ein konzertiertes Vorgehen bei allen Verursachern gesenkt werde, „erledigt sich das Problem der Fahrverbote aufgrund des geringen Anteils, den die Autoabgase haben, dann recht rasch.“

Letzte Änderung: 22.02.2017Webcode: 0110880