Auch gebrauchte Diesel im Südwesten wieder stärker nachgefragt – wo bleibt die Nachrüstung?

[29.05.2019] Stuttgart. Nach dem starken Plus von 6,5 Prozent für neue Diesel-Pkw hat das Kaufinteresse auch für gebrauchte Diesel im April im baden-württembergischen Pkw-Markt deutlich angezogen. Drei Prozent plus auf 26.810 (Vorjahr: 26.043) Halterwechsel seien "nach Monaten mit roten Zahlen erfreulich", sagte Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Ob diese Zahlen eine Trendwende bedeuten können, müsse abgewartet werden.

Den aktuellen KBA-Länderzahlen zufolge habe der Markt im Südwesten insgesamt 86.240 (Vorjahr: 85.184) Besitzumschreibungen verbucht, davon 57.810 (Vorjahr: 57.923) Benziner und 26.810 (Vorjahr: 26.043) Diesel sowie 1.610 (Vorjahr: 1.206) Gebrauchtwagen mit alternativen Antrieben. Unter Letzteren befanden sich 156 (Vorjahr: 111) Elektro-Pkw.

In der Vier-Monats-Bilanz wird den Worten von Michael Ziegler zufolge allerdings deutlich, dass "der Diesel sich nach wie vor in einer Schwächephase befindet". 99.228 (Vorjahr: 104.949) Diesel-Besitzumschreibungen seien ein Minus von 5,5 Prozent. Insgesamt habe der Gebrauchtwagenmarkt im Südwesten mit plus 0,5 Prozent "eine stabile Entwicklung" gezeigt. "Sicher fiele die Zahl der Besitzumschreibungen gebrauchter Dieselfahrzeuge höher aus, wenn bereits ein Angebot von Hardware-Nachrüstungssätzen vorhanden wäre. Doch offenbar hemmen unter anderem bürokratische Hürden bei der Zulassung durchs Kraftfahrtbundesamt den Fortschritt ebenso wie die Passivität der Hersteller. Bundesverkehrsminister Scheuer sollte seine Skepsis aufgeben und die richtigen Weichen stellen, damit wir schneller ans Nachrüst-Ziel kommen."

Letzte Änderung: 29.05.2019Webcode: 0124717