Baden-Württemberger Pkw-Boom dank WLTP-Sondereffekten

[23.10.2019] Stuttgart. Der baden-württembergische Pkw-Markt ist im September vor allem durch den "WLTP-Effekt" kräftig gewachsen. Die Sondereinflüsse spiegeln sich in 36.080 (Vorjahr: 27.510) Erstzulassungen wider. Dies stellt eine Zunahme von 31,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-September dar, der für den Südwesten wiederum ein Minus von 30,1 Prozent gegenüber demselben Monat im Jahr 2017 bilanziert hatte. 2019 stehen die Zeichen in dieser Hinsicht also auf Entspannung.

Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, sagte zu den neuen KBA-Länderstatistiken, die Sondereffekte durch den Abgaszyklus WLTP seien enorm. Vor einem Jahr habe es große Lieferprobleme gegeben und folglich auch weniger Zulassungen bei mehreren Herstellern. Gerade diese Hersteller konnten nun umgekehrt Zuwächse verbuchen, während die Hersteller mit wenigen Problemen bei der WLTP-Umstellung mitunter sogar Einbußen in Kauf nehmen mussten. "Das Ergebnis September 2019 zeigt insgesamt einen fast normalen Monat, die Hersteller mit nachlassenden Zahlen zeigen jedoch, dass Euphorie fehl am Platze ist und wir erst das Jahresende abwarten müssen. Abgerechnet wird zum Schluss", sagte Ziegler.

Dank "WLTP-Sprung" seien im September erstmals 19.833 (Vorjahr: 16.581) Benziner und 11.657 (Vorjahr: 8.897) Diesel zugelassen worden. Das Segment der neuen Pkw mit alternativen Antrieben weise in der Monatsbilanz 1.059 (Vorjahr: 393) Elektro- und 3.414 (Vorjahr: 1.601) Hybrid-Fahrzeuge sowie 115 (Vorjahr: 31) gasbetriebene Neuwagen (LPG und CNG) aus. Auch in der Neun-Monats-Zwischenbilanz mache sich der starke September bemerkbar. Nunmehr stünden 394.240 (Vorjahr: 370.286) Pkw-Neuzulassungen zu Buche. Dies sei ein Plus von 6,5 (Vormonat: 4,5) Prozent.

SUVs weiter auf Höhenflug

Bundesweit hielt den Worten Zieglers zufolge das starke Kaufinteresse für SUVs ungeachtet der aktuellen Diskussionen um diesen Fahrzeugtyp an. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten SUVs um 11,1 Prozent zu. Sie rückten mit einem Anteil von 22,2 Prozent erstmals an die erste Stelle. Die Kompaktklasse, das langjährig stärkste Segment, büßte nach KBA-Angaben 11,6 Prozent ein und lag mit einem Anteil von 18,9 Prozent hinter den SUVs. Kleinwagen (13,9 Prozent/minus 2,4 Prozent) und Geländewagen (10,1 Prozent/minus 1,4 Prozent) erreichten ebenfalls zweistellige Anteilswerte.

Letzte Änderung: 23.10.2019Webcode: 0126823