Bonus-Boom für Elektro-Fahrzeuge

[12.11.2020] Stuttgart. Ungebrochen ist der Bonus-Boom für Elektro-Fahrzeuge. Im Oktober stieg in Baden-Württemberg die Nachfrage nach dem staatlichen Fördergeld um 34,7 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 5.830 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Steigerung zum Vorjahres-Oktober beträgt 456 Prozent. Wie Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, sagte, zeige dieser „Run aufs Geld“ wie nie zuvor die Wirkung des im Juli 2020 noch einmal angehobenen Umweltbonusses.

Die Nachfrage nach der finanziellen Unterstützung von bis zu 9.000 Euro für reine batteriebetriebene Fahrzeuge sei im Oktober im Südwesten auf 3.331 (Vormonat: 2.360) Anträge gestiegen. Der Bonus von bis 6.750 Euro für Plug-in-Hybride sei 2.499 (Vormonat: 1.969) mal gewährt worden. Insgesamt seien für Baden-Württemberg 51.313 Kaufprämien seit dem Start der Förderung 2016 geleistet worden. Das Bundesland habe damit einen Anteil von 16,1 Prozent an der Gesamtzahl der bundesweit 318.694 Prämien.

Ziegler sagte, unverändert gebe es noch erhebliche Lieferzeiten für einzelne Modelle aus dem Segment der elektrifizierten Pkw. „Positiv für Kunden ist aber, dass sich die Auswahl mittlerweile stark vergrößert hat, E-Autos finden sie über alle Fahrzeugklassen hinweg“, so der Verbandspräsident. Das Lieferprogramm umfasse aktuell etwa 75 reine E-Modelle und rund 100 Hybrid-Fahrzeuge. Erstere hätten in Bezug auf die Reichweite den Rückstand verkleinern können und könnten nun den täglichen Anforderungen einer größeren Anzahl Kunden genügen, wenngleich besonders zu den sparsamen Dieselmodellen eine große Reichweitenlücke bestehe. „Während bei der E-Prämie aufgrund der Fördervoraussetzungen reine E-Autos führend sind, weist die Zulassungsstatistik mehr Hybride aus, obwohl diese zum Teil nicht förderfähig sind. Wer sparsam unterwegs sein aber auch längere Strecken am Stück fahren will, findet im Hybrid einen Kompromiss.

Dazu komme, dass besonders reine Elektromodelle auch mit Förderbonus recht teuer seien. „E-Autos sind derzeit nur über die wettbewerbsverzerrende Innovationsprämie preislich einigermaßen konkurrenzfähig gegenüber Pkw mit Verbrennungsmotoren“, so Ziegler. „Für eine dauerhafte Akzeptanz der Kunden kommt es aber darauf an, dass die E-Autos auch ohne Bonus bezahlbar sind, eine größere Reichweite bieten, dass die Ladeinfrastruktur schnelles Laden bietet und dass die Preisgestaltung der Aufladung transparent ausfällt. Wer aber kein E-Auto fahren will oder es sich nicht leisten kann, darf nicht bestraft werden. Wir brauchen ein Zusammenspiel mehrerer Technologien, um Klimaziele zu erreichen. Den Rest sollte der Markt erledigen.“

Letzte Änderung: 12.11.2020Webcode: 0132124