Der erwartete Einbruch für die Pkw-Neuzulassungen

[19.10.2018] Stuttgart. Nach der WLTP-Umstellung ist der Neuwagen-Absatz im September im Südwesten wie erwartet deutlich eingebrochen. 27.510 Fahrzeuge bedeuten das schlechteste Ergebnis seit der Jahrtausendwende. Der Rückgang liegt bei 30,1 Prozent. Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, sagte zu den aktuellen KBA-Länderzahlen: "Die rote Phase bei den Neuzulassungen ist nicht vorbei. Einigen Herstellern fehlt noch immer die Zulassung für einzelne Motoren."

Das September-Ergebnis gliedere sich in 16.581 (Vorjahr: 23.177) neu zugelassene Benziner und 8.897 (Vorjahr: 14.573) neue Diesel-Pkw. Hinzu kämen 393 (Vorjahr: 369) Elektro- und 1.601 (Vorjahr: 1.184) Hybrid-Pkw sowie 31 (Vorjahr: 62) gasbetriebene Neuwagen. Der Rückgang bei den neuen Diesel-Pkw um 38,9 Prozent sei "ein schmerzhafter Einschnitt", so Ziegler.

In der Neun-Monats-Bilanz liege der Pkw-Markt im Südwesten mit 370.286 (Vorjahr: 359.509) Neuzulassungen drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Zwischenergebnis spiegele sich das Diesel-Desaster deutlich wider. Während Benziner knapp zehn Prozent zugelegt hätten, habe der Diesel Verluste von 12,6 Prozent verbucht. Dies seien 224.029 Benziner und 125.211 Diesel. Die Dieselquote liegt den Angaben Zieglers zufolge bei 33,8 (Vorjahr: 39,9) Prozent.

Seit 1. September dürfen, wie Ziegler berichtete, nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) durchlaufen haben. Die neuen, gründlicheren Tests hätten dazu geführt, dass noch nicht alle Modelle die Genehmigung für eine Neuzulassung besitzen. Die Sondereffekte für den Neuzulassungsmarkt dauern nach Zieglers Einschätzung noch bis Jahresende an. Insgesamt aber zeige sich der Automarkt in Baden-Württemberg robust. "Jedoch kämpfen die Händler nun mit dem Absatz von nicht WLTP-geprüften Fahrzeugen, die notgedrungen vor dem 1. September zugelassen werden mussten und nun als Gebrauchtwagen auf den Höfen stehen."

WLTP dämpft auch die Elektroprämie

Der neue Prüfzyklus für neue Fahrzeuge WLTP dämpft nicht nur die Zahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb, sondern auch das Interesse für die Elektroprämie. Ziegler sagte, die finanzielle Förderung für Hybrid-Fahrzeuge in Baden-Württemberg sei im September um rund ein Drittel gesunken. Insgesamt habe es im September für den Südwesten 319 E-Prämien für reine Batterie-Fahrzeuge und 89 für Hybride gegeben.

Ziegler verwies darauf, dass die Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge korrigiert werden musste. Der Förderrichtlinie zufolge dürften nämlich von außen aufladbare Hybrid-Elektrofahrzeuge nicht mehr als 50 g CO2-Ausstoß pro Kilometer verursachen. Bisher sei der CO2-Ausstoß nach dem NEFZ-Prüfzyklus ermittelt worden. Seit dem 1. September 2018 erfolge die Messung nach dem WLTP-Standard mit der Konsequenz, dass einige Fahrzeugmodelle von der Förderliste gestrichen worden seien.

In den Südwesten seien nach den aktuellen Länderstatistiken des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (bafa) bisher insgesamt 13.616 Prämien (Stand: 30. September 2018) geflossen. Dies entspreche einem Finanzvolumen von rund 50 Millionen Euro aus dem mit 1,2 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf. Ziegler: "Bis Ende der Förderung im Juni des kommenden Jahres reichen die Mittel allemal aus. Das Interesse an der Prämie könnte steigen. Allerdings halten wir es für sinnvoller, den Fördertopf umzuwidmen und für eine Hardware-Nachrüstung von älteren Dieselfahrzeugen zu verwenden. Damit lassen sich die Emissionen schneller reduzieren, was im Sinne aller ist."

Letzte Änderung: 19.10.2018Webcode: 0121992