[18.06.2018] Stuttgart. Von null auf 4.275 in 100 Jahren: Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg feiert Geburtstag. Die letzten zehn Jahre hat Dr. Harry Brambach als Präsident das Lenkrad in der Hand gehalten. "Jetzt wird er uns auf dem weiteren Weg in die Zukunft als Ehrenpräsident begleiten", verkündete Michael Ziegler als dessen Nachfolger bei der Jubiläumsfeier des Verbandes in der Alten Reithalle in Stuttgart. Michael Ziegler, Mitglied der Geschäftsleitung der Emil-Frey-Gruppe ("im Land besser als Schwabengarage bekannt"), wurde bei der Delegiertenversammlung, die der Jubiläumsveranstaltung vorausging, einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut würdigte bei der Jubiläumsfeier in ihrer Festrede die Leistungen des Verbandes für die Branche, aber auch die von Brambach im Besonderen. Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Jürgen Karpinski überreichte Brambach die goldene Ehrennadel, mit der seine herausragenden Verdienste um das deutsche Kfz-Gewerbe geehrt wurden.

Otto-, Diesel- und Elektro-Motor - drei Antriebsarten, die seit dem Beginn der Automobilgeschichte in Konkurrenz stehen. Eine Konkurrenz, die das Geschäft seit mehr als 100 Jahren belebt: "Welcher Motor in den Autos für den Antrieb sorgt, kann uns als Händlern und Werkstätten jedoch herzlich egal sein", sagte Michael Ziegler in seiner Vorstellungsrede bei der Delegiertenversammlung. "Entscheidend ist für uns, dass wir als Kfz-Meisterbetriebe die ersten Ansprechpartner für die Autofahrer bleiben und dass weder Hersteller noch Drittanbieter die Wertschöpfungskette für sich monopolisieren dürfen. Nur so bleibt Wettbewerb gewährleistet."

"Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist im Strukturwandel hin zu einer neuen Mobilität von großer Bedeutung. Emissionsfrei, automatisiert, internetbasiert und vernetzt mit anderen Mobilitätsträgern - so gestaltet sich das Kraftfahrzeug der Zukunft", hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Grußwort zur Jubiläums-Chronik des Verbandes die aktuelle Lage definiert. Ministerin Hoffmeister-Kraut betonte, ihr sei nicht bang, dass der Verband, der von 18 Gründungsmitgliedern im Jahr 1918 mit derzeit 4.275 Mitgliedsbetrieben zu einem der größten Wirtschaftsfachverbände im Land gewachsen ist, seine Rolle als Innovationstreiber auch weiter ausfüllen werde: "Mit Ihrem Engagement im Transformationsrat Automobilwirtschaft arbeitet auch Ihr Verband daran mit, die richtigen Rahmenbedingungen für den Mobilitätsstandort der Zukunft zu entwickeln", so Hoffmeister-Kraut.

Der Anfang der "Ära Dr. Brambach" (Hoffmeister-Kraut) und der Beginn der Präsidentschaft von Michael Ziegler weisen dabei verblüffende Parallelen auf. Als Ersterer das Amt 2008 übernahm, lief die Diskussion um die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern. Damals ging es um Rußpartikel. Heute macht sich der Verband für eine Hardware-Nachrüstung von Euro 5-Dieseln stark. Dabei stehen die Stickoxidemissionen im Fokus. "Wenn sich eines aus der Geschichte lernen lässt", so Ziegler, "dann, dass es immer nur eine Frage der Zeit ist, bis das Auto jede technische Hürde meistert. Denn sein wahrer Antrieb sind die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen. Das Automobil ist auch 132 Jahre nach seiner Erfindung immer noch das Symbol für individuelle Mobilität und damit für die persönliche Freiheit. Die Faszination, die von ihm ausgeht, ist ungebrochen."

Letzte Änderung: 18.06.2018Webcode: 0120304