Gebrauchtwagenmarkt im Juni: Mehr Besitzumschreibungen von E-Fahrzeugen, weniger Halterwechsel bei Verbrennern - Halbjahresbilanz deutlich unter Normalniveau

[26.07.2021] Stuttgart. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) meldet für den Juni einen leichten Rückgang bei den Pkw-Besitzumschreibungen im Land. Deren Anzahl fiel um 1,8 Prozent von 85.254 (Vorjahresmonat) auf 83.717. Die Monatsbilanz weise Rückgänge für gebrauchte Verbrenner und eine hohe Steigerungsrate für alternative Antriebe aus, sagte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Verbands des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes. „Sieht man sich die Monatsbilanz im Detail an, erkennt man, dass die Verbrenner in die roten Zahlen gerutscht sind. Benziner büßten 5,4 Prozent auf 53.441 (Vorjahr: 56.485) und Diesel 2,6 Prozent auf 26.027 (Vorjahr: 26.731) Halterwechsel ein. Erfreulicherweise konnten E-Pkw hingegen im Juni um rund 220 Prozent auf 1.302 Umschreibungen zulegen. Mit einem Anteil von 1,6 Prozent fristen gebrauchte E-Fahrzeuge aber noch ein Schattendasein“, sagte Beuß. Insgesamt habe es 4.235 (Vorjahr: 2.029) Umschreibungen im Segment der alternativen Antriebe gegeben.

„Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir positive Entwicklungen in allen Fahrzeugsegmenten” lautet das Fazit der Halbjahresbilanz des Gebrauchtwagenmarkts im Land, so Beuß. Insgesamt um 5,2 Prozent auf 448.909 Besitzumschreibungen sei der Markt gewachsen. Die Anzahl der Halterwechsel von Benzinern habe um 1,7 Prozent auf 291.450 zugenommen. Die Zahl der Besitzumschreibungen von Dieselfahrzeugen habe um 6,9 Prozent auf 137.965 Halterwechsel zugelegt. Das Plus bei rein batteriebetriebenen E-Pkw liege bei 117 Prozent, das waren 2.381 Verkäufe. Plug-in-Hybride kletterten um 118,7 Prozent auf 3.005 Umschreibungen, gasbetriebene Gebrauchtwagen seien um 5,0 Prozent (Autogas) bzw. um 30,9 Prozent (Erdgas) im Käuferinteresse gestiegen. „Verglichen mit dem vor der Coronakrise liegenden Jahr 2019 ist das Halbjahresergebnis allerdings ernüchternd. Damals konnten wir 485.349 Besitzumschreibungen verzeichnen. Wir liegen also derzeit 7,5 Prozent unter dem Normalniveau.”

Beuß sagte abschließend, da weniger Neuwagen wegen der Halbleiterkrise gebaut würden, hätten sich viele Neuwageninteressenten für einen jungen Gebrauchtwagen entschieden. Diese erhöhte Nachfrage bei einem gleichzeitigen Mangel auf der Angebotsseite auch bei Gebrauchtfahrzeugen habe zu leichten Preiserhöhungen geführt.

Letzte Änderung: 26.07.2021Webcode: 0134706