Gebrauchtwagenmarkt schrumpft erneut

[10.11.2022] Stuttgart. Das Gebrauchtwagengeschäft im Land entwickelt sich weiter unerfreulich. Der Länderstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zufolge wechselten im September 64.345 Pkw die Besitzer. Dies ist ein Rückgang um 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem September 2019, dem letzten Vor-Krisen-Jahr, beträgt das Minus 19,1 Prozent.

Der Präsident des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes Michael Ziegler sagte, der Abwärtstrend verschärfe sich. Bis auf gebrauchte E-Fahrzeuge sei die Monatsbilanz für alle Antriebsarten „komplett rot“. Rein batteriebetriebene Gebrauchtwagen wiesen ein Plus von 4,3 Prozent auf 744 (Vorjahresmonat: 713; 2019: 164) Besitzumschreibungen aus, Diesel büßten am stärksten ein mit einem Minus von 24,2 Prozent, Benziner verloren 13,9 Prozent. Dies seien 16.774 (Vorjahresmonat: 22.122; 2019: 23.321) Diesel und 43.194 (Vorjahresmonat: 50.165; 2019: 54.639) Benziner. Der Pkw-Gebrauchtmarkt im Südwesten komme zwischen Januar und Ende September auf 576.004 (Vorjahreszeitraum: 685.224; 2019: 733.716) Einheiten.

„Anders als bei den Gebrauchten suggeriert die positive Entwicklung der Neuzulassungszahlen einen Aufwärtstrend. Dies täuscht jedoch, denn es sieht nur so aus, als ob wir mehr Fahrzeuge verkaufen würden. Leider ist das Gegenteil der Fall. Der Auftragseingang ist nach wie vor dramatisch schlecht. Der verstärkte Absatz von Neufahrzeugen im Oktober war nur darauf zurückzuführen, dass endlich vermehrt Fahrzeuge zur Auslieferung gekommen sind. Die Ursache für die guten Zahlen beim Neuwagenabsatz ist also nicht etwa die Kauflust der Kunden, sondern die Auflösung eines Rückstaus“, so Ziegler. Ob die vermehrten Neuzulassungen in Zukunft auch zu mehr Leasingrückläufern oder Inzahlungnahmen führen und somit mittelfristig eine Entspannung auf dem Gebrauchtwagenmarkt eintreten werde, müsse sich zeigen.

Letzte Änderung: 10.11.2022Webcode: 0137106