Kfz-Gewerbe begrüßt Bundesratsentschließung pro Hardware-Nachrüstung für Dieselautos

[19.10.2018] Stuttgart. In einer am 19. Oktober 2018 gefassten Entschließung fordert der Bundesrat die Bundesregierung zur Schaffung der Voraussetzungen für die Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen auf. Diese solle auf Kosten der Hersteller geschehen. Damit liegt der Bundesrat auf der Linie des Kfz-Gewerbes. "Wir begrüßen ausdrücklich die Entschließung des Bundesrats. Besser spät als nie. Denn das Kfz-Gewerbe fordert Hardware-Nachrüstungen bereits seit drei Jahren", so Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. "Aber wenigstens besteht nun so eine Chance, erstens eine kalte Enteignung von betroffenen Einwohnern und Pendlern zu verhindern und parallel die Existenz von Kfz-Werkstätten und -Händlern zu sichern, für die sich die Aussperrung ihrer Kunden bei Fahrverboten fatal auswirken würde."

Der Bundesrat hatte seine Entschließung vor dem Hintergrund von Gerichtsentscheidungen zu Dieselfahrverboten in einigen Städten formuliert. Er will die Autohersteller in die Pflicht nehmen, da viele Diesel-Fahrzeuge im Realbetrieb nicht den Abgasnormen entsprächen. Die Bundesländer sehen Hardware-Nachrüstungen als wirksamste Methode an, um die Luftqualität in den Städten nachhaltig zu verbessern, die EU-weiten Grenzwerte einzuhalten und somit generelle Fahrverbote zu vermeiden. Zu den Forderungen an die Bundesregierung gehört auch die zeitnahe Regelung der Zulassungsvoraussetzungen von technisch umgerüsteten Diesel-Fahrzeugen, die die Abgasnormen erfüllen. "Wir hoffen, dass die Bundesregierung nun so schnell wie möglich Taten folgen lässt", so Carsten Beuß. "Wichtig ist für das Kfz-Gewerbe, dass die Regierung den Rechtsrahmen für die Nachrüstung schafft, um die Bestandsfahrzeuge im Autohandel umrüsten zu können. Die Finanzierungsfrage ist nachgelagert, eine Beteiligung der Hersteller wünschenswert."

Letzte Änderung: 19.10.2018Webcode: 0122002