Kfz-Gewerbe: Nur Dieselnachrüstung hilft bei der Begrenzung des Schadens durch Fahrverbote

[23.11.2018] Stuttgart. "Bevor wir jetzt Hunderttausende von Euro-5-Dieselfahrern mit Fahrverboten überziehen, sollten wir alles tun, um dem Grenzwert weiter nahe zu kommen", erklärte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Professor Wolfgang Reinhart bei der Delegiertenversammlung des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Die CDU unterstütze die Bemühungen, Nachrüstlösungen an den Start zu bringen. Für Präsident Michael Ziegler ist die Nachrüstung ein Teil dessen, was er mit Blick auf die Kfz-Betriebe als "Schadensbegrenzung" bezeichnete. Was anderes sei beim Stand der Dinge in Sachen Fahrverbote nicht mehr möglich. Für die Kfz-Betriebe in Stuttgart komme es jetzt außerdem darauf an, Ausnahmeregelungen zu erhalten, die sicherstellen, dass ihre Kunden von außerhalb noch zu ihnen kommen können.

Dr. Udo Weese vom Verkehrsministerium machte bei der Erläuterung des Stuttgarter Luftreinhalteplans ("der wird wohl nächste Woche veröffentlicht") wenig Hoffnung, dass die Luftwerte in Stuttgart mit Fahrverboten für Euro-4-Diesel bis Mitte 2019 so sinken, dass es möglich wird, auf Fahrverbote für Euro-5-Diesel zu verzichten. Schlimmer noch: In der Diskussion verwies er darauf, dass durchaus auch Euro-6-Diesel in den Fokus für Fahrverbote kommen könnten, wenn die 40 Mikrogramm nicht erreicht werden. Außerdem sei es auch so, dass dieser Grenzwert nicht feststehe: "Die EU-Richtlinie wird überarbeitet, die EU wird die WHO (Weltgesundheitsorganisation) fragen und die werden 20 Mikrogramm vorschlagen."

"Wir brauchen jetzt pragmatische Lösungen", hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende zuvor seine Ausführungen zum Thema Fahrverbote zusammengefasst. Er verwies dabei auf das 105-Millionen-Verkehrspaket, das die Landesregierung verabschiedet hat. Darin sind allerdings hauptsächlich Maßnahmen enthalten, die Mobilität vom Auto auf andere Verkehrsmittel verlagern soll. Kritisch sah Wolfgang Reinhart die Verzögerungen bei den Nachrüstlösungen, die die Bundesregierung zu verantworten hat.

Kritisch sah er auch die Prämien, mit denen der Umstieg gefördert werden soll: "Teilweise sind die Rabatte größer, die die Kunden bei ihren Autohäusern ohnehin erhalten." Für die Betriebe haben auch die Diesel, für die die Kunden Prämien in Anspruch nehmen, einen Pferdefuß, nahm Wolfgang Reinhart als Information von der Delegiertenversammlung mit: "Da stehen dann noch mehr Autos auf unseren Höfen, die Wertberichtungen erfordern." Sprich, die Verluste steigen weiter. "Wir sind in einer Situation, in der wir den Schaden durch Fahrverbote nur noch begrenzen können", sagte Michael Ziegler und sieht bereits erste Folgen für die Konjunktur mit sinkender Nachfrage: "Es sieht so aus, dass die Menschen jetzt erstmal an dem Auto festhalten, das sie haben, und abwarten, was passiert."

Letzte Änderung: 23.11.2018Webcode: 0122375