Mit Masken und Abstand: Kfz-Werkstätten vermeiden bereits Infektionen, der Kfz-Handel kann das auch – für die Öffnung des Kfz-Handels unter Auflagen

[15.01.2021] Stuttgart. „Das Kraftfahrzeuggewerbe treibt die Coronainfektionen nicht“, sagt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, und verweist auf die im Lockdown geöffneten Kfz-Werkstätten, „die eindeutig keine Corona-Hotspots sind.“ Deswegen mache es auch keinen Sinn, den Autohandel weiter geschlossen zu halten: „Was wir im Servicebereich schaffen, schaffen wir im Handelsbereich erst recht.“ Die Showrooms seien mit oft nur einer Handvoll Kunden über einen ganzen Tag bei weitem nicht so stark frequentiert wie die Auftragsannahmen in den Werkstätten. Zudem seien die Verkaufsflächen im Neuwagenhandel in der Regel mehrere hundert beziehungsweise tausend Quadratmeter groß, die Ausstellungsflächen im Gebrauchtwagenhandel befänden sich meist im Außenbereich: „Der Komplett-Lockdown im Kfz-Handel bringt nichts außer einer steigenden Insolvenzgefahr.“ Der Verband fordert namens der Autohäuser, dass die Verkaufsräume schnellstmöglich wieder geöffnet werden können: „Wir leisten derzeit auf allen Kanälen Überzeugungsarbeit dafür.“ Ziegler begrüßt, dass die Politik beginne umzudenken: „Der Vorstoß der FDP-Landtagsfraktion, den Handel wieder zu öffnen,  aber das Tragen von FFP2-Maske verbindlich vorzuschreiben, geht in die richtige Richtung. Wir haben ausreichend hygienetechnische Lösungen, den Kfz-Handel zu ermöglichen, bis die Impfungen flächendeckend für alle zur Verfügung stehen.“ Dass in Bayern Markus Söder ebenfalls auf FFP2-Masken setze, bestärke diese Auffassung nur: „Optimale Lüftung, ein optimales Verhältnis von Fläche zu Kunden, das oft bei mehreren hundert Quadratmetern pro Person liegt, tragfähige Hygienekonzepte, im Autohandel ist alles vorhanden. Wir können auch Besichtigungstermine mit den Kunden vereinbaren, um eine kontinuierliche Frequenz sicherzustellen, und wir sind bereit, mit dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium ein entsprechendes Öffnungskonzept zu entwickeln. Aber wir brauchen eine Öffnungsperspektive, denn im Februar beginnt für uns die umsatzstärkste Zeit und ein verlängerter Lockdown, im schlimmsten Fall bis zur Landtagswahl im März, macht eine Insolvenzwelle immer wahrscheinlicher. Der Kfz-Handel benötigt dringend Liquidität, denn wegen der ohnehin geringen Rendite befinden sich die Betriebe aufgrund des letzten Lockdowns bereits in der Verlustzone. Hilfe zur Selbsthilfe durch eine zügige Öffnung unter Auflagen ist da der beste Weg, zumal für Autohäuser die staatlichen Hilfen entgegen den vollmundigen Versprechungen der Bundespolitik in aller Regel nicht zur Verfügung stehen.“

Letzte Änderung: 15.01.2021Webcode: 0132810