Pkw-Neuzulassungen im Südwesten: November positiv, Jahresbilanz ein Fünftel im Minus

[22.12.2020] Stuttgart. Gegen den bundesweiten Trend ist der Pkw-Markt im Südwesten überraschend gewachsen. Zwei Prozent Plus auf 43.416 (Vorjahr: 42.556) Pkw Neuzulassungen bilanzierte der Automobilhandel im November. Rein elektrische Neuwagen kamen dank großzügiger Förderung mit plus 681 Prozent fast auf eine Verachtfachung gegenüber dem Vorjahres-November und schossen damit „durch die Decke". „Trotzdem ist das November-Grau auch unsere Farbe in diesen Tagen“, kommentierte Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, die aktuellen KBA-Länderzahlen, „denn der vorübergehende Lichtblick kann die Gesamtbilanz nicht aufhellen“.

Bittere Tage mit Betriebsschließungen im Autohandel – nach aktuellem Stand (21.12.2020) dürfen reine Werkstätten und der Werkstattbereich von Autohäusern geöffnet haben, der Kfz-Handel nur, wenn der Werkstatt- und Ersatzteilbereich im Autohaus überwiegt – zum Jahresabschluss und ein ungewisser Jahresstart mit Lockdown bis zum 10. Januar würden die ohnehin graue Bilanz weiter verdunkeln. Die reduzierte Mehrwertsteuer und die Zuschüsse für E-Mobile hätten im November stark gewirkt. Die private Nachfrage sei um rund 22 Prozent gestiegen. Die Monatsbilanz weise 15.498 (Vorjahr: 23.222) neue Benziner und 10.474 (Vorjahr: 14.285) neue Diesel aus. Dem gegenüber stehen nach Zieglers Angaben 5.535 (Vorjahr: 709) reine batteriebetriebene Neuwagen und 6.031 (Vorjahr: 1.108) Plug-in-Hybride. Beide Technologien seien mit der Innovationsprämie förderfähig, im Gegensatz zu nicht extern aufladbaren Hybriden, von denen 5.726 (Vorjahr: 3.109) zugelassen wurden.

Die bisherige Jahresbilanz liege mit 20,5 Prozent minus hinter dem Vorjahreszwischenergebnis. Dies entspreche 381.134 (Vorjahr: 479.347) erstmals zugelassenen Pkw. Das seien Verluste von nahezu 100.000 Verkäufen. Die Perspektive für den Automobilhandel sei unsicher, denn durch den neuerlichen Lockdown würden viele Kunden nicht mehr von der bis zum Jahresende befristeten Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent profitieren können. Darauf hätten Händler und Kunden vertraut. Michael Ziegler wies ergänzend darauf hin, dass vorbehaltlich der Umsetzung der Beschlüsse durch die Bundesländer die Auslieferung bereits verkaufter Fahrzeuge in Form einer Zustellung an den Kunden weiterhin zulässig sei, ebenso der Online-Verkauf. „Händler können also Fahrzeuge zum Kunden bringen. Allerdings muss die davor nötige Zulassung möglich sein, was geöffnete Zulassungsstellen auch während des Lockdowns dringend erforderlich macht. Sind sie geschlossen, können zahlreiche Kunden auslieferbereiter Fahrzeuge nicht mehr von der Mehrwertsteuersenkung profitieren. In dem Fall wäre eine Mitnahme der Senkung ins neue Jahr nur fair, was die Politik durch eine Übergangsregelung ermöglichen könnte.“

Letzte Änderung: 23.12.2020Webcode: 0132641