Pkw-Neuzulassungsplus in Baden-Württemberg lediglich Scheinriese

[27.04.2021] Stuttgart. Zweistellige Pluszahlen bei den Pkw-Neuzulassungen, jedoch ohne Aussagewert: In Baden-Württemberg ist die Menge der in März in den Verkehr gebrachten Fahrzeuge mit 41.605 (Vorjahr: 31.976) Einheiten um 30,1 Prozent gestiegen. „Hintergrund für den nominellen starken Zuwachs ist der extrem schwache Vorjahresmonat. Der März 2020 ist bekanntlich der erste Monat des ersten Lockdowns gewesen“, erklärt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Er erinnert daran, dass damals auch die Zulassungsstellen weitgehend geschlossen hatten. „Die Steigerung ist bei näherer Betrachtung also ein Scheinriese. Wir sind noch weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt. Im März des Jahres 2019 hat es noch fast 50.000 Neuzulassungen gegeben.“

Die KBA-Länderstatistik weise aktuell 14.886 (Vorjahr: 15.388) Benziner und 9.170 (Vorjahr: 10.475) Diesel aus. Damit setze sich der Rückgang bei den Verbrennern fort, während die alternativen Antriebe, insbesondere die Elektromobilität, zugelegt hätten. Dank der massiven Fördermaßnahmen von rund 9.000 Euro für reine batteriebetriebene Pkw seien diese Zulassungen auf 5.119 (Vorjahr: 1.498) Verkäufe gestiegen. Die März-Neuzulassungen der Plug-in-Hybride kletterten von 1.457 auf 6.394. Die übrigen, nicht förderfähigen Hybride summierten sich auf 5.893 Fahrzeuge (Vorjahr: 3.054). Gasbetriebene Pkw spielten weiterhin kaum eine Rolle. Insgesamt habe das Segment der alternativen Antriebe 17.536 (Vorjahr: 6.111) Neuzulassungen registriert.

Nachbesserung bei Showroom-Öffnung und Probefahrten nötig

Das erste Quartal bilanziert nach Angaben Zieglers mit 94.633 Neuzulassungen einen Rückgang um 7,7 Prozent. Zum Vergleich: Das erste Quartal 2019 brachte es noch auf 128.337 Neuzulassungen. Der April werde voraussichtlich gleichermaßen hohe Zuwächse verbuchen wie der März, denn der April 2020 habe als zweiter Corona-Monat im Lockdown 63 Prozent minus verkraften müssen. Ziegler sagte, der Automobilhandel benötige dringend Öffnungsperspektiven. „Die Branche ist jetzt nahezu vier Monate im Würgegriff des politischen Lockdowns. Aus Sorgen werden bei einigen Betrieben Ängste um die Existenz. Wir gehen gerne Hygiene- und Coronatestkonzepte mit. Aber dies muss inzidenzunabhängig in Kombination mit offenen Showrooms geschehen. Auch beim Thema Probefahrten muss nachgebessert werden. Fahrzeuge auf dem Händlergelände Kunden anzuvertrauen, ist hygienisch weit unbedenklicher, als sie ihnen bis vor die Haustüre zu bringen, wie es aktuell vorgeschrieben ist.“

Letzte Änderung: 27.04.2021Webcode: 0134018