Starker Einbruch im Pkw-Markt – Lockdown im Kfz-Handel verhindert wichtiges Frühjahrsgeschäft

[18.02.2021] Stuttgart. Der Pkw-Markt in Baden-Württemberg ist wie erwartet im Januar stark eingebrochen. Minus 30,2 Prozent sei eine „nahezu historische Tiefstmarke“, kommentiert der Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg Michael Ziegler die aktuelle KBA-Länderstatistik. Benziner hätten 52,3 Prozent verloren, Diesel 51,2 Prozent. Das krisengeplagte Kfz-Gewerbe stehe mit dem Rücken zur Wand. Denn die KBA-Monatsstatistik für Januar zeige die harten Auswirkungen des erneuten, für den Kfz-Handel anhaltenden Lockdown, „der das für die Jahresbilanzen traditionell äußerst wichtige Frühjahrsgeschäft abwürgt“.

24.923 (Vorjahr: 35.682) Pkw-Neuzulassungen, davon 8.333 (Vorjahr: 17.468) Benziner und 6.044 (Vorjahr: 12.375) Diesel weise die Monatsbilanz aus. Von außen nicht aufladbare Hybrid-Pkw (HEV) kamen auf 3.837 Einheiten (Vorjahr: 3.509), gasbetriebene Pkw (CNG und LPG) auf lediglich 53 (Vorjahr: 150). 3.341 (Vorjahr: 960) rein batteriebetriebene Pkw (BEV) und 3.315 (Vorjahr: 1.220) Plug-in-Hybride (PHEV) zeigten die tendenziell weiter starke Nachfrage nach elektrifizierten Neuwagen. Doch dieser Boom komme bekanntermaßen nicht aus heiterem Himmel, sondern werde mit gewaltigen Subventionen wie der Innovationsprämie sowie mit Rabatten seitens der Hersteller teuer erkauft. Mittlerweile häuften sich kritische Stimmen, die vor der marktverzerrenden Lenkungswirkung der großzügigen Bezuschussungspolitik warnen.

Vor diesem Hintergrund eines desaströsen Jahresstarts blieben die Hoffnungen des Autohandels auf einen baldigen Restart unerfüllt. „Im Frühjahr wird im Kfz-Handel das Fundament für den Rest des Jahres gelegt“, so Präsident Ziegler. „Der Lockdown macht es den Betrieben unnötig schwer, im Kfz-Handel sind die Abstände so groß und der Kundenandrang so gering, dass mit adäquatem Hygienekonzept keine Ansteckungsgefahr besteht.“ Schon der Umsatzverlust im Januar betrage knapp 390 Millionen Euro. Die Finanzpolster seien stark geschrumpft. Die Branche benötige Liquidität, vor allem aber eine Öffnungsperspektive für die Showrooms.

Letzte Änderung: 18.02.2021Webcode: 0133296