Talfahrt für Gebrauchtwagen in Baden-Württemberg setzt sich im Februar fort

[29.03.2021] Stuttgart. Der Gebrauchtwagenmarkt in Baden-Württemberg ist auch im Februar auf Talfahrt geblieben. Ein massiver Rückgang um 15,4 Prozent auf 64.344 (Vorjahr: 76.081) Halterwechsel zeigt das Ausmaß der sich immer mehr verschärfenden Lage des Automobilhandels. Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, sagte zu den aktuellen KBA-Länderstatistiken, im Südwesten werde die Lage von Tag zu Tag dramatischer. „Mit dem ständigen Hin und Her zwischen Lockdown, Minilockdown, verschärftem Lockdown und Inzidenzabhängigkeiten werden Betriebe und Kunden gleichermaßen irritiert und verunsichert. Das wäre nicht nötig, da die oft außen liegenden großen Verkaufsflächen des Kfz-Handels keine Ansteckungsgefahr bergen und gefahrfrei öffnen könnten. Mit einem verlängerten Lockdown bis Mitte April ist das wichtige Frühjahrsgeschäft im Kfz-Handel endgültig Geschichte. Waren die Gebrauchtwagen im vergangenen Jahr noch der Retter für viele Betriebe, sieht es für 2021 erheblich schlechter aus. Mit bislang einem Viertel weniger Auftragseingängen bei den Neuwagen werden in diesem Jahr auch erheblich weniger junge Gebrauchtwagen, etwa aus dem Kurzzeitleasing, am Markt zur Verfügung stehen. Eine Angebotsknappheit im Jahresverlauf ist schon jetzt absehbar.“

Im Februar sind den Angaben Zieglers zufolge 42.056 (Vorjahr: 50.446) Benziner und 19.919 (Vorjahr: 23.199) gebrauchte Diesel umgeschrieben worden. Das seien Einbußen von 16,7 beziehungsweise 14,1 Prozent. Für die ersten beiden Monate betrage das Minus beider Motorisierungen immer noch fast ein Viertel. Auch das Segment der Alternativen Antriebe – Elektro, Plug-in-Hybrid, Mild-Hybrid, Gas – habe leichte Verluste hinnehmen müssen. 2.365 (Vorjahr: 2.408) Umschreibungen seien ein Minus von 1,8 Prozent. Die alternativen Antriebsarten hätten einen Anteil an den Besitzumschreibungen von 3,7 Prozent.

Gutachten zur Förderung gebrauchter E-Autos nötig

Ziegler verwies in diesem Zusammenhang auf den noch immer schwachen Markt für die auch in gebrauchtem Zustand förderfähigen E-Autos und Plug-in-Hybride, der im Februar 652 (Vorjahr: 596) Halterwechsel registriert habe. Finanzielle Förderungen analog der für Neuwagen gewährten Umweltboni seien für Gebrauchtwagen komplizierter. Für einen einheitlichen Prozess sei jetzt die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) beauftragt worden, das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bei der Definition förderfähiger Gebrauchtfahrzeuge zu unterstützen. An einer Förderung Interessierte benötigten unter anderem ein „DAT-Gutachten“, mit dem das Verfahren zur Förderung vereinfacht werden sollte.

Letzte Änderung: 29.03.2021Webcode: 0133721