Professoren, Fahrverbote, KMU, Diesel – Rufmord an einer Spitzentechnologie

[30.08.2019] Dieselfahrverbote in Städten und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Grenzwertfestlegung auf EU-Ebene und einheitliche Messmethoden waren Gegenstand einer Podiumsdiskussion der CDU-Mittelstandsvereinigung Baden-Württemberg (MIT). Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß brachte in der illustren Runde namhafter Wissenschaftler die Standpunkte des Kfz-Gewerbes ein und warb für einen ideologiefreien Ansatz beim Thema Diesel. Der ARD- und SWR-Verkehrsexperte Thorsten Link moderierte die Ansätze der Professoren Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft der Fachhochschule Nürtingen, Michael Bargende vom Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart und Alexander Kekulé vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle. Letzterer schlug vor, sich bei den Stickoxidgrenzwerten am amerikanischen Modell zu orientieren. Unterschiedliche Auswirkungen von Grenzwerten von 100 oder 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft seien nicht erkennbar. Diez forderte, dass bei der Mobilität zwar eine Abkehr von fossilen Brennstoffen erfolgen müsse, jedoch erst, wenn wirklich emissionsfreie Technologien zur Verfügung ständen. Zudem müsse die Verunsicherung der Autofahrer durch klare politische Entscheidungen beendet werden. Bargende verwies darauf, dass allein Stuttgart über rund 3.000 Kilometer Straße verfüge, nur an 20 Kilometern komme es zu Grenzwertüberschreitungen. Beuß warb für die Nachrüstung und warnte die Politik vor den Folgen möglicher weiterer Verschärfungen der Luftschadstoffgrenzwerte auf europäischer Ebene. Der CDU-Landtagsabgeordnete Claus Paal machte deutlich, dass die deutsche und baden-württembergische Automobilwirtschaft mit der Dieseltechnologie weltweit führend sei. Er forderte die Teilnehmer auf, gegen Fahrverbote zu demonstrieren: "Kommen Sie zur Demo!" Der stellvertretende MIT-Vorsitzende Daniel Hackenjos stellte die Standorte von Messstationen in Frage und forderte einheitliche Standards hierfür. Zur Kritik, die Politik und auch die CDU hätten mit ihrer Zustimmung zu den aktuellen Regelungen den Weg für die jetzige Problematik erst verursacht, stellte er fest, dass Regelungen eben auch verändert und angepasst werden müssten, wenn neuere und bessere Erkenntnisse vorliegen. Gegenseitige Vorwürfe brächten in der Sache nichts. Viel entscheidender sei die Frage, wer den Mut habe, den aktuellen "Wahnsinn" zu beenden. Fakt ist, dass das Automobil den Standort Baden-Württemberg erfolgreich gemacht hat - dessen Zukunft darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Letzte Änderung: 30.08.2019Webcode: 0125991