Wem gehören die Fahrzeugdaten? Austausch mit der EU-Kommission zu Telematiksystemen

[06.12.2017] EU-Kommissar Günther Oettinger war der Brückenbauer zu einem Austausch des baden-württembergischen, deutschen und europäischen Kfz-Gewerbes mit der EU-Kommission zum Thema Telematik und Nutzung von fahrzeugbezogenen Daten. Präsident Dr. Harry Brambach und Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß hatten bei einem Gespräch mit EU-Kommissar Günther Oettinger im Mai in Brüssel auf die Bedeutung des Themas für das mittelständisch geprägte Kfz-Gewerbe hingewiesen. Oettinger hatte daraufhin ein Gespräch mit zentralen Ansprechpartnern in der Kommission vermittelt. Die Auswahl an auf Telematiksystemen basierenden Dienstleistungen ist groß und die aus dieser Entwicklung resultierenden Vorteile für die Autofahrer sowie die neuen Geschäftsmodelle nicht nur im Kfz-Gewerbe von großer Bedeutung. Auch die Fahrzeughändler und Werkstätten begrüßen technologische Fortschritte, da sie helfen können, den Kunden die bestmöglichen Dienstleistungen anzubieten. In einem solchen technologischen Umfeld erfordert die Entwicklung innovativer Anwendung aber uneingeschränkten Echtzeitzugang zu Fahrzeugdaten. Einzig die Auswertung dieser Daten, die über das im Fahrzeug verbaute Telematiksystem zugänglich sind, stellen einen fairen Wettbewerb sicher. Derzeit sind sämtliche Telematiksysteme derart gestaltet, dass nur Fahrzeughersteller direkten Zugriff auf die Fahrzeugdaten haben. Dieses Hindernis schränkt die Entscheidungsfreiheit und den freien Wettbewerb für fahrzeugdatenbezogenene Dienstleistungen ein. Notwendig ist deshalb eine interoperable, standardisierte, gesicherte und zugangsoffene Plattform, die Chancengleichheit sicherstellt. Wie hier ein Ausgleich gestaltet werden kann, diskutierten Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß, Cecra-Generalsekräter Bernard Lycke sowie die ZDK-Vertreter Antje Woltermann und Patrick Kaiser mit Eddy Hartog, Referatsleiter in der Generaldirektion "Connect". Hartog schlug vor, einen Dialog aller Martktbeteiligten ins Leben zu rufen. Die Bedeutung des Themas wird auch dadurch deutlich, dass gleich mehrere Generaldirektionen der EU-Kommission mit dem Thema befasst sind.

Letzte Änderung: 06.12.2017Webcode: 0117107