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April-Bilanz: Südwest-Automarkt rutscht tiefer in die Flaute – Elektroboom kann Verbrenner-Einbruch nicht kompensieren

Stuttgart. Der baden-württembergische Pkw-Markt hat im April den Abwärtstrend des laufenden Autojahres verschärft. Mit 33.554 Neuzulassungen lag das Volumen 6,3 Prozent unter dem Vorjahr (35.803) – der bereits vierte Rückgang in Folge. „Wir hatten ein schwieriges Frühjahr erwartet, und leider ist genau das eingetreten. Sowohl im Neu- als auch im Gebrauchtwagengeschäft rechnen wir 2025 mit einem schrumpfenden Gesamtmarkt“, erklärt Michael Ziegler, Präsident des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg. Zwar lege der Elektroabsatz weiter zu, doch bleibe er „noch weit davon entfernt, als Umsatzmotor zu wirken“.

E-Markt wächst – aber von niedriger Basis

Nach aktuellen KBA-Länderzahlen schrumpften Benziner und Diesel im April um 29,3 Prozent auf zusammen 12.396 Einheiten (Vorjahr: 17.535). Demgegenüber legten reine Elektroautos (BEV) und Plug-in-Hybride um 30,7 Prozent auf 11.367 Fahrzeuge zu (Vorjahr: 8.700). „Der E-Markt wächst von einer niedrigen Basis, während die konventionellen Antriebe abrupt ausgebremst werden – der Saldo bleibt negativ“, so Ziegler.

Den stärksten Dämpfer erlitten klassische Benziner (–35,1 Prozent auf 6.917) und Diesel (–20,4 Prozent auf 5.479). BEV kletterten hingegen um 25,6 Prozent auf 6.968 Einheiten, Plug-in-Hybride um 39,7 Prozent auf 4.399. „Die Zahlen zeigen jedoch massive Marktverzerrungen. Hersteller-Eigenzulassungen und hohe Tagesrabatte überdecken eine latente Kaufzurückhaltung“, kommentiert der Verbandspräsident.

Kumuliert verfehlt der Südwest-Markt nach vier Monaten mit 127.967 Neuwagen das Vorjahresniveau um 6,5 Prozent. „Das Fenster für Gegenmaßnahmen schließt sich“, warnt Ziegler. Er erneuert die Forderung nach rascher Klarheit über die künftig geplanten Kaufanreize für E-Fahrzeuge: „Eine endlose Debatte über Förderinstrumente verlängert nur die Warteschleife der Kunden. Wir brauchen jetzt ein politisches Startsignal – gekoppelt an eine spürbare Senkung der Strompreise.“

Wenn E-Förderung, dann für die breite Bevölkerung 

Neben der Diskussion um Neuwagenförderung rückt der Verband eine weitere Maßnahme in den Fokus: die Unterstützung des Marktes für gebrauchte Elektroautos. „Wenn die Bundesregierung ein neues Förderpaket für E-Fahrzeuge schnürt, muss darin auch der Gebrauchtwagenmarkt berücksichtigt werden“, betont Ziegler. „Nur wenn auch junge gebrauchte Stromer gefördert werden, kann die Elektromobilität in der Breite ankommen – sozial, bezahlbar und wirksam für den Hochlauf.“ Ein funktionierender und preislich attraktiver Gebrauchtmarkt sei unabdingbar, um den Umstieg für viele Haushalte überhaupt erst realistisch zu machen.

Der Verband verweist zudem auf die Bedeutung bezahlbarer Einstiegsmodelle und einer flächendeckenden Schnelllade-Infrastruktur. „Unsere 3.800 Autohäuser und Werkstätten haben in Werkstattausrüstung und Hochvolt-Kompetenz investiert. Sie stehen bereit, den Umstieg zu begleiten – doch ohne verlässliche Rahmenbedingungen bleiben die Showrooms leer“, so Ziegler abschließend.