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Gebrauchtwagenmarkt im Land stabilisiert sich – E-Fahrzeuge legen kräftig zu

Stuttgart. Der Gebrauchtwagenmarkt in Baden-Württemberg entwickelt sich positiv: Mit 72.918 Besitzumschreibungen im Mai 2025 verzeichnet die Branche ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dynamisch auf allerdings niedrigem Niveau zeigt sich der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge mit einem Zuwachs von 34,3 Prozent.

„Der Gebrauchtwagenmarkt hat im Mai gut zugelegt“, betont Michael Ziegler, Präsident des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes. „Mit Blick auf die große Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei E-Gebrauchten gibt es positive Entwicklungen – das ist ein gutes Signal für die Transformation unserer Branche. Es bleiben aber gewaltige Herausforderungen.“

E-Mobilität wird auch gebraucht attraktiver

Die Zahlen belegen den Trend: Vollelektrische Pkw (BEV) und Plug-in-Hybride erreichten zusammen 4.468 Umschreibungen. Der Anteil der E-Gebrauchten am Gesamtmarkt stieg von 4,7 auf 6,1 Prozent. „Immer mehr E-Modelle kommen in den zweiten Vermarktungszyklus. Bei sinkenden Preisen wächst das Kaufinteresse“, erläutert Ziegler.

Dennoch mahnt der Verbandspräsident: „Der massive Wertverlust bei gebrauchten E-Autos bleibt eine Herausforderung. Dreijährige BEV erzielen laut DAT nur rund 51 Prozent ihres Neupreises – bei Benzinern sind es über 63 Prozent. Hier brauchen wir dringend stabilere Rahmenbedingungen.“

Klare Forderungen für einen stabilen Markt

Das Kfz-Gewerbe fordert konkrete Maßnahmen zur Stärkung des E-Gebrauchtwagenmarktes: „Wir brauchen endlich vernünftige Ladestrompreise“, so Ziegler. „Die Steuern auf Strom müssen auf den europäischen Mindestsatz sinken. Und wir benötigen eine gezielte Förderung, die auch junge Gebrauchte einschließt – gerade für diejenigen, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind.“

Positive Jahresbilanz trotz Herausforderungen

Die Fünf-Monats-Bilanz 2025 zeigt mit 366.497 Pkw-Besitzumschreibungen ein Plus von 1,3 Prozent. „Das ist erfreulich, aber wir bewegen uns weiterhin auf schwachem Niveau“, bilanziert Ziegler. „Dem Markt fehlen wichtige Kaufimpulse. Ohne stabile politische Rahmenbedingungen wird es schwierig, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.“

Der traditionelle Verbrennermarkt bleibt mit 84,9 Prozent Marktanteil dominant: 41.966 Benziner und 19.947 Diesel wechselten im Mai den Besitzer. „Die Transformation braucht Zeit – aber sie ist in vollem Gange“, resümiert Ziegler.